Akupunktur nach TCM

Akupunktur

Yin- und Yang-Symbol

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), mit ihrer jahrtausendealten Geschichte, gehört weltweit zu den ältesten erfolgreich angewandten Heilmethoden und wird schon seit über 2000 Jahren an chinesischen Universitäten gelehrt. Der Erfahrungsschatz der TCM entwickelte ein umfassendes Gesundheitssystem, beruhend auf der Lehre von Yin und Yang und den Fünf Elementen.

Die TCM betrachtet den Menschen als ein zusammenhängendes organisches Ganzes, in dem alle Körperteile und alle Organe durch ein Leitbahnsystem, dem sogenannten Meridiansystem, miteinander verbunden sind. In diesem Meridiansystem zirkuliert die als Qi bezeichnete Lebensenergie.

Gesundheit bedeutet ein harmonisch ausgewogenes Gleichgewicht des Körpers. Der Mensch wird aus naturheilkundlicher Sicht krank, wenn er durch innere oder äußere Ursachen nicht mehr im Gleichgewicht ist. Dementsprechend müssen bei der Diagnostik und Behandlung der Erkrankung nicht nur direkt betroffene, sondern auch indirekt beteiligte Gewebe und Organe mitberücksichtigt werden.

Die Akupunktur ist neben der chinesischen Arzneimitteltherapie, Moxibustion, (Erwärmung von Akupunkturpunkten) chinesischer Ernährungslehre, Tuina (chinesische Massage), Tai Qi und Qi Gong (Bewegungstherapien) ein Teil der TCM. Bei der Akupunktur werden genau definierte Akupunkturpunkte genadelt, wodurch die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden sollen. Nach Vorstellung der TCM wird der Qi-Fluss (Fluss der Lebensenergie) in den Meridianen beeinflusst, so dass wieder ein harmonisches Gleichgewicht erreicht werden kann.

Von der Schulmedizin wird Akupunktur mit Skepsis gesehen, vor allem weil die Vorstellungen des Krankheitsgeschehens stark differieren. Die WHO erkennt dagegen die Akupunktur mt zahlreichen Indikationen an. Andere Verfahren wie Moxibustion und Tuina warten noch auf eine Anerkennung.

Diagnostik und Behandlung

Zur Diagnosestellung führe ich mit Ihnen eine ausführliche Erstbefragung und körperliche Untersuchung durch, die etwa 90 Minuten in Anspruch nimmt. Daraus entwickle ich für Sie einen individuellen Behandlungsplan, bei dem nicht nur vorrangige Beschwerden behandelt werden, sondern das zugrundeliegende Qi-Ungleichgewicht mit behandelt wird, was langfristig zur Harmonisierung und Stärkung der eigenen Mitte führen soll, die Grundlage für dauerhafte Gesundheit.

5-elemente

Die 5 Elemente

Eine Akupunktursitzung dauert 20 bis 30 Minuten. Je nachdem, welche Körperregionen behandelt werden, können Sie dazu sitzen oder liegen. Pro Sitzung werden bis zu 15 dünne, sterile Akupunkturnadeln gesetzt, wobei ich mich unter anderem danach richte, wie viele Nadeln Sie als Patient tolerieren. Auch hier gilt der Grundsatz: “Weniger ist oft mehr.“ Das Stechen der Nadeln ist an den meisten Akupunkturpunkten fast schmerzfrei. Währen die Nadeln liegen, treten häufig Empfindungen von Druck und Schwere, Wärme und Kälte oder ein Kribbeln auf. Je nach Diagnose werden während der Akupunktur die Nadeln durch leichtes Heben, Senken und Drehen stimuliert.

Wie schnell eine Besserung des Gesundheitszustandes eintritt und wie häufig behandelt werden muss, hängt von der Art und Schwere der Beschwerden, der Dauer ihres Bestehens und der Reaktionsfähigkeit des Organismus ab. Manchmal kann eine einzige Behandlung ausreichen. Häufiger sind etwa sieben bis fünfzehn Akupunktursitzungen erforderlich. Erfahrungsgemäß gilt: je älter die Erkrankung, desto länger und / oder häufiger muss der Patient behandelt werden. Bei chronischen Erkrankungen wird ein bis drei Mal pro Woche behandelt, bei akuten Erkrankungen kann es sinnvoll sein, täglich zu behandeln.

 

Anwendungsbeispiele

Im Folgenden finden Sie eine Aufzählung von Indikationen, bei denen die Akupunktur eine positive Wirkung hat. Ich möchte jedoch nochmals darauf aufmerksam machen, dass die Akupunktur den ganzen Menschen behandelt und nicht eine lokale Störung, deren Ursache möglicherweise ganz woanders als am Ort ihres Erscheinens zu behandeln ist. Auch wenn zwei Menschen mit der gleichen Krankheit zur Behandlung kommen, werden sie, wenn die Ursachen verschieden sind, unterschiedlich behandelt.

Erkrankungen des Bewegungsapparates

  • Gelenkschmerzen (Arthritis, Arthrose)
  • Ischialgie
  • Lumbago („Hexenschuss“)
  • Myalgien (Weichteilrheumatismus)
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Sehnenerkrankungen ( z.B. Tennis – Ellenbogen, Achillessehnenentzündung )
  • Wirbelsäulensyndrome (z.B. HWS-Syndrom, LWS-Syndrom)
  • Zerrungen

 

Schmerzzustände

  • Migräne, Spannungskopfschmerzen
  • Phantomschmerz
  • Trigeminusneuralgie
  • Schmerzen bei und nach Gürtelrose

 

Stressbedingten Erkrankungen

  • Depressive Verstimmungen
  • Erschöpfungszustände
  • Nervosität, Reizbarkeit
  • Schlafstörungen

 

Erkrankungen der Atemwege

  • Asthma bronchiale
  • Bronchitiden
  • grippaler Infekt
  • Infektanfälligkeit
  • Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündungen)

 

Hauterkrankungen und Allergien

  • Neurodermitis
  • Nesselsucht
  • Heuschnupfen

 

Erkrankungen des Nervensystems

  • Facialisparese (Gesichtsnervlähmung)
  • Lähmungen nach Schlaganfall
  • Nervenschmerzen

 

Erkrankungen des Verdauungstraktes

  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  • Colon irritable (Reizdarm)
  • Magen-Darm-Störungen ohne organische Ursache
  • Obstipation (Verstopfung)
  • chronische Darmentzündungen (Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn)
  • Leber-Gallen-Beschwerden

 

Herz- und Kreislauf-Erkrankungen

  • Durchblutungsstörungen
  • Funktionelle Herzbeschwerden (Herzbeschwerden ohne organische Ursache)
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Hypotonie (niedriger Blutdruck)
  • Schwindel

 

Gynäkologische Erkrankungen

  • Dysmenorrhoe (Schmerzen vor und während der Menstruation)
  • Hyperemesis gravidarum (Erbrechen während der Schwängerschaft)
  • Wechseljahrsbeschwerden

 

Erkrankungen der Harnwege und Geschlechtsorgane

  • Reizblase
  • Zystitis (Blasenentzündung)

 

Weitere Anwendungsbeispiele

  • Tinnitus
  • Raucherentwöhnung
  • Gewichtsreduzierung.

 

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