Blutuntersuchung mit dem Dunkelfeldmikroskop

Die Blutuntersuchung im Dunkelfeldmikroskop kann Hinweise auf Schwachstellen in Ihrem Organismus geben, noch ehe eine Laboruntersuchung Erkrankungen nachweist.

Wie läuft eine Blutuntersuchung mit dem Dunkelfeldmikroskop ab?

Dunkelfeldmikroskopie: Aufnahme mit 1000-facher Vergrößerung. Es sind rote und weiße Blutkörperchen und Blutplättchen zu erkennen.
Aufnahme mit 1000-facher Vergrößerung.
Es sind rote und weiße Blutkörperchen
und Blutplättchen zu erkennen.

Zur Untersuchung nehme ich ihnen einen Tropfen Blut aus dem Finger ab und untersuche es im Mikroskop bei tausendfacher Vergrößerung. Man bezeichnet diese Form der Blutuntersuchung auch als Vitalblutuntersuchung nach Enderlein, denn die Zellen im Blut sind noch lebendig. So kann man z. B. beobachten, ob sich die weißen Blutkörperchen bewegen, was ein Hinweis auf ein aktives Immunsystem ist. Ich beobachte das Blut immer wieder während der nächsten 24 Stunden (manchmal auch darüber hinaus); denn manche Phänomene kann man erst nach einer gewissen Zeit sehen. Bei der Blutuntersuchung im Dunkelfeldmikroskop kann ich erkennen, ob Sie übersäuert sind, genug getrunken haben, ob die Nieren, Darm oder die Leber belastet sind. Auch die verschiedenen Blutzellen in Form und Verhalten, Harnsäurekristalle und Bakterien kann ich sehen. Von wichtigen Beobachtungen mache ich Fotos zur Dokumentation und um sie Ihnen später zu zeigen.

Die Dunkelfeldmikroskopie bietet die Möglichkeit, den Verlauf einer Therapie zu kontrollieren und ggf. die Therapie anzupassen. Sie ist kein vollständiger Ersatz für Laboruntersuchungen, aber ich bekomme Hinweise, welche Laboruntersuchungen oder andere diagnostische Maßnahmen bei Ihnen sinnvoll sind.

Dunkelfeldmikroskopie und Hellfeldmikroskopie

Dunkelfeldmikroskopie und Hellfeldmikroskopie: Aufnahme mit 1000-facher Vergrößerung.

Beim Hellfeldmikroskop, wie viele Menschen es in der Schule kennengelernt haben, wird das Untersuchungsobjekt durch einen Lichtkegel beleuchtet. Dadurch kommt es zu Überstrahlungseffekten. Die Strukturen des Untersuchungsobjekts sind dann oft nur schwer zu erkennen; deshalb müssen sie eingefärbt werden. Untersucht man einen Blutstropfen, führt die Einfärbung zum Absterben der Blutzellen. Man kann die Zellen also nicht in Aktion beobachten.

Anders ist dies bei der Dunkelfeldmikroskopie. Hier wird der Lichtkegel so zerstreut, dass das Präparat mit einem Kegelmantel beleuchtet wird. Es kommt in Strukturen des Präparates, zum Beispiel an Blutzellen zur Lichtbrechung, Lichtbeugung oder Reflexion. Dadurch kann man Zellen und auch sehr kleine Strukturen im Blut gut erkennen. Das Blut muss nicht angefärbt werden und bleibt somit während der Untersuchung lebendig. Die Vitalität der Blutzellen kann beobachtet werden.

Historischer Hintergrund

Professor Dr. Günther Enderlein (1872-1968) war Zoologe und Bakteriologe und hat die Vitalblut-Untersuchung im Dunkelfeld deutlich vorangetrieben. Er entdeckte im Blut lebende Mikroorganismen und untersuchte deren Entwicklung. Auch stellte er fest, dass wir mit manchen Mikroorganismen, wenn sie ein bestimmtes Entwicklungsstadium nicht überschreiten, in Symbiose leben. Durch ein ungünstiges Körpermilieu, besonders bei Übersäuerung, kommt es zu „höheren“ komplexen Wuchsformen der Mikroorganismen, wodurch die Tendenz zu spezifischen Erkrankungen zunimmt.